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"Deutschland" - Auslandszeitschrift der Bundesrepublik Deutschland

Exzellenzinitiative: Erste Runde abgeschlossen

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"Das ist ein bedeutender Tag für die Wissenschaft in Deutschland", verkündete die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, am 13. Oktober 2006 in Bonn. Anlass war die Bekanntgabe der Förderentscheidungen der ersten Runde im Rahmen der Exzellenzinitiative: Bis 2011 soll mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro Spitzenforschung an deutschen Universitäten unterstützt werden. Von 88 eingereichten Anträgen konnten sich neben 18 Graduiertenschulen und 17 Exzellenzclustern drei Hochschulen in der Kategorie "Zukunftskonzepte" für die umfassendste Förderlinie qualifizieren: die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und die Universität Karlsruhe (TH).

Ziel der von der Bundesregierung initiierten Exzellenzinitiative ist eine langfristige Veränderung der Universitätslandschaft. Mit Hilfe der Bewilligungen sollen "Leuchttürme der Wissenschaft" entstehen, die auch international weithin sichtbar sind. In einem mehrstufigen Verfahren, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat gemeinsam organisatorisch begleiten, bewerteten rund 300 überwiegend internationale Gutachter die Qualität der eingereichten Anträge in den drei Kategorien Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte. Das Besondere der Initiative ist, dass allein wissenschaftliche Kriterien als Entscheidungsgrundlage zugelassen waren. Strukturpolitische oder ökonomische Aspekte blieben ausgeklammert.

Trotz der allgemein als positiv bewerteten Dynamik, mit der die Exzellenzinitiative schon jetzt enorme Veränderungsprozesse in den deutschen Hochschulen in Gang gesetzt hat, ist sie nicht unumstritten. So wird beispielsweise eine dauerhafte Aufspaltung in eine "Zweiklassengesellschaft" von Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen befürchtet. Professor Dr. Ulrich Teichler, Direktor des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung Kassel (INCHER), sieht die Konzentration auf einige wenige Hochschulen kritisch und wünscht sich eine stärkere Breitenförderung: "Es wird ja nicht neues Geld gedruckt, es wird nur an der Spitze konzentriert." In den Medien wurde die Vermutung geäußert, dass diejenigen Universitäten im Wettbewerb bessere Chancen hätten, die bei der Einwerbung von Drittmitteln ohnehin schon Übung besäßen. Solche Hochschulen schneiden denn auch im DFG-Ranking besonders gut ab, einer Übersicht über die Bewilligung von Fördermitteln, die erst kürzlich in neuer Auflage von der DFG herausgegeben wurde. Neben dem Hauptindikator der DFG-Bewilligungen pro Institution und weiteren Aspekten der öffentlich finanzierten Forschung werden in der aktuellen Ausgabe erstmalig auch thematische Förderschwerpunkte wie Biowissenschaften oder Nanotechnologie berücksichtigt. Einbezogen werden auch die Ergebnisse des Humboldt-Rankings, das unter anderem die Beliebtheit einzelner Forschungseinrichtungen bei ausländischen Gastwissenschaftlern dokumentiert. Die Ergebnisse des DFG-Rankings untermauern das Resultat der Exzellenzinitiative: Auch hier liegt der Süden Deutschlands vorne, mit der Universität Karlsruhe und regional betrachtet dem Raum München beziehungsweise dem Land Bayern insgesamt.

20.12.2006
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