Deutsche Hochschulen im Ausland
This article in English
Im Wintersemester 2005/2006 hat die Deutsch-Jordanische Hochschule (German Jordanian University - GJU) ihren Betrieb am vorläufigen Standort in Amman aufgenommen. In Kooperation mit der jordanischen Regierung wird sie von der Fachhochschule Magdeburg-Stendal nach dem Modell deutscher Fachhochschulen eingerichtet.
Immer mehr deutsche Hochschulen gründen inzwischen Zweigstellen im Ausland. Dabei handelt es sich teilweise um Beteiligungen am Aufbau deutscher Hochschulen wie der Deutschsprachigen Universität Budapest und der Deutschen Universität in Kairo, teilweise um Außenstellen deutscher Hochschulen oder auch um Studiengänge, die in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen durchgeführt werden.
Gegenwärtig existieren 30 Initiativen dieser Art, von denen 26 sich noch in der Förderphase durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung befinden. 17 der so genannten Off Shore-Angebote sind in Asien angesiedelt, 5 in Osteuropa, jeweils 3 im Nahen Osten und in Lateinamerika und 2 in Afrika. Ein Schwerpunkt der Studiengänge liegt auf den Ingenieurwissenschaften, der Rest verteilt sich über die Natur-, Rechts-,Wirtschafts- und Kulturwissenschaften und andere Fachrichtungen. Die durchschnittliche Studiengebühr beträgt 2.000 Euro. Unterrichtssprache ist in der Regel englisch, wobei ein Aufenthalt in Deutschland meist in die Programme integriert ist. "Ein Ziel der Projekte besteht darin, auf dem internationalen Bildungsmarkt Fuß zu fassen", erklärt Dr. Christian Thimme, zuständig für Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), "zumindest einige der Hochschulen hoffen, langfristig durch die Studiengebühren auch Einnahmen zu generieren.
Daneben eröffnen sich durch die Kooperationen ganz neue Chancen, Joint Ventures zu bilden; Firmen beider Partnerländer werden häufig in die Erstellung der Curricula miteinbezogen. Auch kulturpolitische Motive spielen eine Rolle, wie bei den deutschsprachigen Studiengängen in Osteuropa." Die Motive der ausländischen Partnerhochschulen sind ganz ähnlich gelagert. Für sie bedeutet die Kooperation eine Erweiterung ihres Studienangebots und erhöht die Chancen für Gemeinschaftsprojekte mit der Wirtschaft.
|