Studiengebühren
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Die Zeiten, in denen jeder, der wollte, kostenlos studieren konnte, scheinen in Deutschland endgültig vorbei zu sein. Nachdem eine Reihe von Bundesländern bereits Gebühren für Langzeitstudenten (10. bis 13. Semester) eingeführt haben, werden jetzt auch Studienbeiträge für Erstsemester diskutiert.
Ob Germanistikstudent im 22. Semester, der sich nebenher als Buchhändler über Wasser hält, oder pensionierter Studienrat, der im Geschichtsseminar seine Kriegserlebnisse einbringt - bis vor wenigen Jahren war ein Studium in Deutschland grundsätzlich frei. Vom Erst- über das Zweit- bis zum Seniorenstudium: Die einzigen Kosten, die anfielen, bestanden in einem Sozialbeitrag, mit dem unter anderem das Mensaessen subventioniert wird. Inzwischen werden Studierende, die die Regelstudienzeit überschritten haben, in fast allen Bundesländern mit durchschnittlich 500 Euro pro Semester zur Kasse gebeten. Über den Bruch des letzten verbliebenen Tabus - Kosten ab dem ersten Semester - wird gegenwärtig noch diskutiert. "Die meisten Länder haben sich darauf verständigt, Studiengebühren einzuführen", erklärt Heinz-Peter Weitlich vom Sekretariat der Kultusministerkonferenz der Länder, "erwogen werden ebenfalls 500 Euro". Für sozial schwächer gestellte Studierende sollen dabei Finanzierungsmodelle wie beispielsweise günstige Kredite geschaffen werden.Verfechter der Reform versprechen sich davon verbesserte Studienbedingungen. Dagegen steht die Benachteiligung weniger begüterter Studierender sowie die Befürchtung, die Länder könnten die neuen Einnahmequellen der Hochschulen zum Anlass nehmen, deren Etats zu reduzieren.
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