Europäische Union: 7. Forschungsrahmenprogramm
Mittelerhöhung angestrebt
This article in English
Die Halbzeit des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union (EU) ist erreicht, und auf EU- sowie auf nationaler Ebene beginnen die Diskussionen über das Folgeprogramm. Mit einer Laufzeit von 4,5 Jahren wird das 7. Rahmenprogramm - wie seine Vorgängerprogramme - definieren, in welcher Form die EU Forschung fördern wird. In der zweiten Jahreshälfte 2006 wird es voraussichtlich in Kraft treten. Geprägt sein wird das 7. Rahmenprogramm auch von der Erweiterung der Europäischen Union.
Wie das 7. Rahmenprogramm aussehen könnte, hat die Europäische Kommission in ihrer Mitteilung "Wissenschaft und Technologie: Schlüssel zur Zukunft Europas - Leitlinien für die Forschungsförderung der Europäischen Union" - skizziert. Um den Europäischen Forschungsraum zu verwirklichen, sollen die Mittel für alle Maßnahmen zusammengenommen verdoppelt werden. Dabei hat die Kommission sechs große Ziele definiert:
- Europäische Zentren der Exzellenz durch Zusammenarbeit zwischen Laboratorien schaffen
- Europäische technologische Initiativen starten
- In der Grundlagenforschung größere Kreativität durch Wettbewerb zwischen Teams auf europäischer Ebene erzeugen
- Europa für die besten Wissenschaftler attraktiver gestalten
- Forschungsinfrastrukturen von europäischem Interesse ausbauen
- Einzelstaatliche Forschungsprogramme stärker koordinieren.
In welchem Umfang diese Ziele bei der konkreten Ausgestaltung des 7. Rahmenprogramms ihren Niederschlag finden werden, wird sich aus den Diskussionen mit den Mitgliedstaaten und den Plänen einer neu besetzten Kommission zeigen. Deutlich ist aber schon jetzt, dass sich die Möglichkeiten für europäische Forscher - und teilweise auch für Forscher aus anderen Ländern - hinsichtlich der Forschungsförderung und der Strukturen vergrößern werden. Europäische Forschungsprogramme ergänzen nationale Förderprogramme wie die der Humboldt-Stiftung. Die Auswahlmöglichkeiten für mobile Forscher erweitern sich somit.
Das vergrößerte Angebot führt zu einem erhöhten Beratungsbedarf, damit mobile Forscher das für sie jeweils am besten geeignete Programm finden. Einen Beitrag dazu leistet die Alexander von Humboldt-Stiftung mit ihrem EU-Referat: Die dort angesiedelte "Nationale Kontaktstelle für Humanressourcen und Mobilität" informiert vor allem Institutionen und Forscher in Deutschland über die europäischen Mobilitätsmaßnahmen im Rahmenprogramm. Das "Mobilitätszentrum" bietet ein noch breiteres Spektrum an Beratung an: Als Teil eines europaweiten Netzwerkes informiert es mobile Forscher - nach Deutschland einreisende sowie solche, die aus Deutschland in ein anderes europäisches Land gehen - von den Einreiseformalitäten über die Sozialversicherung bis hin zum Kindergarten- Angebot - dies in enger Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen europäischen Staaten.
|