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E-Science-Initiative des Bundes

Grid-Technologie soll die Leistungen des Internets potenzieren

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E-Science: Unter diesem Begriff wird zurzeit der Strukturwandel diskutiert, der sich in der Wissenschaft durch die Informations- und Kommunikationstechnologien vollzieht sowie durch die Entwicklung von Grids, einer Technologie, die die Kapazitäten des Internets um ein Vielfaches übersteigen wird. Um die Aktivitäten in diesem Bereich zu bündeln, sind in Deutschland zwei Initiativen entstanden: Während sich D-Grid im Jahr 2003 aus der wissenschaftlichen Community heraus gegründet hat, antwortet die Bundesregierung jetzt mit einem eigenen e-Science-Programm. "Wir reagieren auf die Bedarfsformulierung aus der Wissenschaft", erklärt Frank Schlie-Roosen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. "Gemeinsam mit den großen Trägerorganisationen der Forschung in Deutschland wollen wir in den nächsten Jahren ein umfassendes e-Science-Konzept realisieren."

Von der nächsten Generation des Internets werden weitreichende Folgen für die wissenschaftliche Arbeit erwartet. Die Vernetzung von weltweit verteilten Computerressourcen durch Grids (engl. Gitter, Netz) ermöglicht eine Speicherung und Verarbeitung von Daten in bisher unbekannten Ausmaßen. Hierdurch eröffnen sich ganz neue Dimensionen der Problemlösung, beispielsweise in der Arbeit mit Simulationen. Modelle des Weltklimas, kompletter Flugzeuge oder auch der Weltwirtschaft könnten im Netz konstruiert und die Wechselwirkung der einzelnen Elemente miteinander untersucht werden. Konkrete Anwendungsszenarien gibt es unter anderem bereits in der Teilchenphysik, in der Astronomie, in der Biologie und in der Meteorologie.

Die Auswirkungen der neuen Technologien auf die Gesellschaft als Ganzes sind noch nicht absehbar. Grid-Visionäre sprechen von Virtuellen Organisationen, in denen sich Firmen, politische Institutionen und wissenschaftliche Einrichtungen für eine bestimmte Zeit zusammenschließen mit dem Ziel, eine konkrete Aufgabe zu bewältigen. Viel zitiertes Beispiel aus dem Bereich des Katastrophenschutzes ist das eines Chemieunfalls, bei dem die betreffende Fabrik sowie Forschungseinrichtungen und lokale Behörden ihre Daten über die entsprechenden Chemikalien, die Beschaffenheit von Böden und Gewässern, die Bevölkerungsstruktur und verfügbare Krankenhäuser im Grid konzentrieren könnten, um Maßnahmenpläne zu entwerfen.

Aber noch ist es nicht so weit. Zu den wichtigsten offenen Fragen gehören - neben technischen Problemen - die Identifizierung weiterer Anwendungsbereiche durch die Wissenschaft, die Formulierung der Anforderungen an die politischen Rahmenbedingungen sowie praktikable Modelle zur Verrechnung der digitalen Dienstleistungen.

Kristin Mosch17.11.2004
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