Deutschland sucht seine Super-Unis
Hochschulen bewerben sich um das Prädikat "Spitzenuniversität"
This article in English
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will einen Wettbewerb ausschreiben, durch den die vielleicht fünf besten Hochschulen ermittelt und mit jeweils 250.000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, bei der Festigung ihres Weltrangs in Forschung und Lehre unterstützt werden sollen.
Die Idee ist im Grunde nicht neu. Neu ist allenfalls, dass der Bund die Initiative ergreift und nicht die Bundesländer, die Träger der Kulturhoheit. Bereits vor Jahren sagte der Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Christian Bode: "Gerade um im Ausland wahrgenommen zu werden, braucht Deutschland einige überragende Wissenschaftsstandorte, die auf die Gesamtszene abstrahlen können wie etwa Oxford und Cambridge in England." Er regte an, die größeren Länder mit zahlreichen Hochschulen sollten je eine davon zum Leuchtturm ausbauen. Deutschland braucht die Vorzeige-Unis nicht nur, es stellt sie in laufend aktualisierten Rankings bereits deutlich heraus. Die AvH legt eine Beliebtheitsskala der Hochschulen bei ausländischen Spitzenwissenschaftlern vor. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bringt die Hochschulen in eine Rangfolge nach eingeworbenen Finanzmitteln, aber auch immateriellen Qualitätskriterien. Mit spezifischen Rankings tritt ferner das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hervor. Jürgen Güdler, Chefstatistiker der DFG, erklärt zusammenfassend: "Die Leuchttürme erkennt man sogar im Nebel." Statistik rücke vielmehr auch die sonst eher unerkannten hinteren Plätze ins Licht.
In der Diskussion um die Super-Uni geht es offenbar nur vordergründig um Hochschulmarketing. Das Kernproblem ist, begrenzte Finanzmittel noch stärker als bisher für Spitzenforschung und -ausbildung einzusetzen. Diese Konzentration kann aber, wie die Kultusministerkonferenz der Länder betont, allein auf Fächerebene und in "Clustern" verschiedener Forschungspartner stattfinden.
| Hermann Horstkotte | 26.05.2004 |
|