Stadt der Wissenschaft: Bremen macht das Rennen
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Wettbewerbe gibt es wie Sand am Meer. Ohne das "richtige" Profil bleiben sie unwirksam. Als der Stifterverband den Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft" im Mai 2003 erstmals ausschrieb, war er sich nicht sicher, ob dessen Signal verstanden und aufgegriffen würde und ob es zur richtigen Zeit käme.
Das Signal hieß: Wissenschaft wird für eine Stadt zu einem Standortvorteil, wenn sie seitens der Politik gezielt gefördert wird und dies in enger Kooperation mit den wissenschaftlichen Einrichtungen, den Unternehmen vor Ort und den kulturellen Einrichtungen sowie im intensiven Dialog mit dem Bürger geschieht. Das überwältigende Echo sprach für die Wettbewerbsidee. 37 Städte bewarben sich bis Dezember 2003 mit großem Engagement. Viele übererfüllten die formalen Bewerbungsbedingungen und fast alle gaben ihre Bewerbung offensiv den Medien bekannt. Noch bevor also die Jury eine einzige Bewerbung gesehen hatte, war der Wettbewerb schon in aller Munde. Vier Städte wurden im Februar 2004 für die Endauswahl nominiert: Bremen, Dresden, Göttingen, Tübingen. Die "Verlierer" reagierten konstruktiv: Die Bewerbung habe sich auf jeden Fall gelohnt, weil dabei neue Synergien entstanden seien, etliche in der Bewerbung geplante Projekte wolle man auf jeden Fall durchführen - und sich im kommenden Jahr erneut bewerben. Ein weiterer wichtiger Erfolg des Wettbewerbs.
"The winner is: ..." - bevor dieser Satz am späten Nachmittag des 12. März 2004 fiel, war die Spannung seit dem frühen Morgen stetig gestiegen. "So habe ich mich zuletzt bei meinem Examen gefühlt", scherzte Henning Scherf, Bremens Oberbürgermeister. Aus allen vier nominierten Städten waren die Oberbürgermeister und jeweils ein prominenter Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft gekommen, um ihr Konzept der Jury mündlich vorzustellen. Etliche Fernsehteams verfolgten den gesamten Tag über das Geschehen bis zur feierlichen Preisverleihung.
Bremen machte schließlich das Rennen. Die Stadt entfaltet - wie der Hauptkonkurrent Tübingen - vielfältige Aktivitäten mit großem Engagement und nachhaltiger Wirkung; sie hat darüber hinaus aber dies alles aus einer wesentlich ungünstigeren Ausgangslage heraus aufgebaut. Diese Einschätzung der Jury deckte sich mit dem Signal, das auch dem Stifterverband wichtig ist: Nicht nur für die großen Traditionsstandorte, sondern grundsätzlich für jede Stadt kann Wissenschaft zum Standortvorteil werden.
| Angela Lindner, Pressesprecherin im Stifterverband | 19.05.2004 |
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