Qualitätssicherung in der Lehre
Akkreditierungsrat prüft Bachelor- und Masterstudiengänge
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Mit der Qualität der Bachelor- und Master-Studiengänge befasst sich in Deutschland heute eine wachsende Zahl von Evaluationsagenturen unter dem Dach des nationalen "Akkreditierungsrates". Teils sind diese (Stand März 2002: sieben) Agenturen auf einzelne Fachbereiche spezialisiert, zum Beispiel die Ingenieurdisziplinen, teils treten sie mit einer umfassenden Themenkompetenz auf. Ihre Prüfkommissionen setzen sich aus Hochschullehrern, Studentenvertretern und Berufspraktikern etwa aus der Industrie zusammen.
Die Agenturen beurteilen das jeweilige Studienprogramm im Kern nach den fachlichen (Mindest-)Anforderungen, der Betreuung der Lernenden und ihren Berufschancen. Die "Akkreditierung" durch eine offizielle Agentur soll in der Regel die Voraussetzung für die ministerielle Genehmigung von Bachelor-Master- Studiengängen sein. Von diesen internationalen Studiengängen gibt es gegenwärtig bereits rund 1.000, wobei die Prüfverfahren mit der rasanten Zunahme dieser Angebote kaum mithalten können: Seit 1999 konnten erst 80 Studiengänge ein Qualitätssiegel erhalten, einige wenige Evaluationen gingen auch negativ aus.
Bis vor wenigen Jahren genehmigten die zuständigen Minister Studiengänge nach rein äußerlichen Kriterien (Stundenzahl) in "Prüfungsordnungen" ohne die angestrebte Qualitätskontrolle. Das konnte beim internationalen "Benchmarking" nicht mehr ausreichen. Die Hochschulrektorenkonferenz und die Kultusminister der 16 deutschen Bundesländer riefen deshalb gemeinsam den "Akkreditierungsrat" (AR) ins Leben, der seinerseits die Prüfagenturen akkreditiert. In ihm haben auch internationale Vertreter Sitz und Stimme. Der AR ist bestrebt, seine eigenen Standards mit dem "European Network for Quality Assurance in Higher Education" (enqa) und der "Joint Quality Initiative für Bachelor- und Master-Programme", also den Partnern im gemeinsamen europäischen Bildungsraum, abzustimmen.
Hermann Horstkotte
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